Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen. Die langen Linien des Sozialdarwinismus
Vortrag von Merle Stöver sowie Vorstellung der Wanderausstellung "Erinnern & Handeln. Rechte Gewalt und Gegenwehr in MV" und des Rechercheprojektes "Kein Vergessen MV" zu Todesopfern rechter Gewalt
Jedes Jahr werden wohnungs- und obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung und Abwertung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzen sich auch nach ihrem Tod fort. Der Vortrag wirft den Blick auf die langen Kontinuitäten der Vorstellung einer angeblichen „Volksgemeinschaft“ und auf die daraus resultierende sozialdarwinistische Stigmatisierung, Verfolgung und Gewalt. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen drei Fälle tödlicher Gewalt gegen wohnungs- und obdachlose Menschen in Greifswald: der Mord an Horst Diedrich 1996 sowie die tödlichen Misshandlungen von Klaus-Dieter Gerecke sowie von Eckhard Rütz 2000.
Die Veranstaltung steht im Rahmen des antifaschistischen Gedenkens an Eckhard Rütz. Die Gedenkveranstaltung findet am 25.11. an der Mensa am Schießwall statt.
Organisiert vom Bündnis "Schon Vergessen", der Beratungsstelle Lobbi e.V. und dem Dokumentationszentrum "Lichtenhagen im Gedächtnis".


