Uni im Rathaus: Von Bauplänen, Botendiensten und Genen in 3D: Neues aus der (Selbst)Regulation unserer Erbinformation
Referent: Prof. Dr. Andreas Schlundt (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)
Die Existenz von Genen, zunächst ‚diskrete Erbfaktoren‘ genannt, für das Ausprägen von äußerer Gestalt (Phänotyp) ist bereits seit über 150 Jahren bekannt. In ihnen ist die Information auf so simple wie intelligente Weise in der Abfolge von nur vier Bausteinen quasi als ablesbare Sprache gespeichert. Zwar gelang 1953 eine dreidimensionale Modellierung über den Aufbau unserer Erbinformation, der DNA, die erklärt, wie diese Information fehlerfrei weitergegeben wird. Doch es bleibt vieles unklar: Vor allem, wer oder was darüber entscheidet, welche Gene wann und wieviel abgelesen werden und somit zum tatsächlichen genetischen Ergebnis führen. Die gezielte Regulation von Genverwertung umfasst viele Ebenen, v.a. nach dem eigentlichen Ablesen der Information auf Ebene der sogenannten Boten-RNA.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die vielfältige Welt der Genregulation nach heutigem Wissensstand, wie wir sie erforschen und zunehmend die Rolle der 3D-Genstruktur und Stabilität der Boten-RNA nebst der reinen Existenz eines Gens für die sichtbare Vielfalt an Phänotypen erkennen.
Seit 2004 stellen in der Vortragsreihe „Universität im Rathaus“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Greifswald im Bürgerschaftssaal des Rathauses ihre Forschungsprojekte vor. Ziel der Vortragsreihe ist es, einer breiten Öffentlichkeit einen Einblick in die vielseitige Forschung an den fünf Fakultäten der Universität zu geben. Der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Universität Greifswald & UHGW
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