In den Häusern der anderen
Film ("Sie haben unser Haus gebaut") und Lesung und Gespräch mit Karolina Kuszyk.
Den Abend eröffnet ein Film von Małgorzata Frymus und Łukasz Nyks über Lapidarien in und um Goleniów.
Seit 80 Jahren ist Westpommern die Heimat vieler Pol*innen, deren Großeltern und Eltern nach dem 2. WK hierher kamen. Heute fragen sich viele, wer „ihr Zuhause gebaut hat“. Spuren der ehemaligen Bewohner*innen finden sich heute in Lapidarien, die in den letzten Jahren in den Dörfern rund um und in Goleniów selbst eingerichtet wurden. Die Gründe: Scham, den Nachkommen die zerstörten Friedhöfe zu zeigen, die von Grün überwuchert oder mit Müll bedeckt waren; jemand hatte Fragmente von Grabsteinen aus seinem eigenen Garten ausgegraben, wo sie vor Jahren von einem Bulldozer umgeworfen worden waren...
Doku / PL 2025 / Regie: M. Frymus / Kamera: Ł. Nyks / OmdtU
Anschließend liest Karolina Kuszyk aus ihrem Buch "In den Häusern der anderen: Spuren deutscher Vergangenheit in Westpolen".
Poniemieckie heißt in Polen das ehemals Deutsche: Orte, Gebäude, Gegenstände, die von Millionen Deutschen zurückgelassen wurden, als sie am Ende des 2. WK gen Westen flüchteten. Die neuen Besitzer waren Polen, oft selbst Vertriebene oder Umgesiedelte. Was den einen Verlust der Heimat, war den anderen Neubeginn im Fremden. Zwei Enden einer Geschichte, die zeigt, wie Biografien und Dinge über Zeiträume, Landesgrenzen und Generationen hinweg bis heute miteinander verwoben sind.
Autorin: K. Kuszyk / Übersetzer: B. Hartmann / Verlag: Ch. Links Verlag
Ort: STRAZEsaal
Einlass: ab 19.30 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei
Es wird einen Büchertisch in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Scharfe geben. (nur Barzahlung)
Eine Veranstaltung von STRAZEkultur im Rahmen des Greifswalder Literaturfühlings und des Projektes ID:Pomerania, gefördert im Interreg VI A Kooperationsprogramms Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen 2021–2027.
Veranstalter: STRAZEkultur


