• Mittwoch, 8. Dezember 2021
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  • 06:00 / Universität
    1700 Jahre in 90 Sekunden: Bethlehem lässt grüßen
    Zum Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" präsentiert die Dalman-Sammlung virtuell jeden Monat ein besonderes Artefakt.

    Ein bisschen Toulouse-Lautrec, ein bisschen Feininger und eine gute Prise Fernweh – auf dieser Pastellkreidezeichnung des Dalman-Instituts wird Bethlehem in Szene gesetzt. Für das Motiv wählt der Zeichner kräftige Erdtöne, die er mit gelben, blauen und weißen Akzenten versieht. Eine verschleierte Frau läuft eilt einen weiten, sonst menschenleeren Platz mit Brunnen, der von hohen historischen Mauern hinterfangen und von einem Himmel überfangen wird, an dem sich bereits dunkle Wolken zusammenballen. Fast kann man die Hitze, die Spannung vor dem drohenden Gewitter mit Händen greifen.

    Diese Zeichnung stammt vom Geologen und Paläontologen Otto Jaekel, der bis 1928 in Greifswald eine Professur innehatte. In der Geologischen Sammlung der Greifswalder Universität haben sich weitere lehrhafte Zeichnungen und Gemälde von ihm mit Motiven aus der Natur erhalten. Hier zeigt Jaekel detailgetreu den Vorplatz der Geburtskirche von Bethlehem, die den historischen Geburtsort Jesu markieren soll. Auch die in der Bildmitte dargestellte Frau trägt den für die Stadt typischen hohen weißen Kopfschleier. Ob Jaekel diese Szene vor Ort einfangen hat und sie dem Palästina-Institut in Greifswald widmete oder ob er sie aus der Ferne nach Vorlagen der Dalman-Sammlung fertigte, muss offenbleiben. Aber bis heute transportiert sie eine flirrende Bethlehem-Stimmung jenseits aller westeuropäischen Winterwunderland-Klischees.

    Bildnachweis: Otto Jaekel: Bethlehem, Pastellkreidezeichnung, 1926 (Bild: Dalman-Institut Greifswald)

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Schutzfonds, Überbrückungsstipendien, Soforthilfen, Kultur für zu Hause
Bildnachweis: Entwurf für einen Webteppich ©Kustodie der Uni Greifswald
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Bildnachweis: Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
27.01.2022 | 19:00 Uhr | Universität Greifswald