• Mittwoch, 15. September 2021
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  • 06:00 / Universität
    1700 Jahre in 90 Sekunden: Sechs Handschuhe und ein Sorgenkind
    Zum Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" präsentiert die Dalman-Sammlung virtuell jeden Monat ein besonderes Artefakt.

    Wenn Museumsleute die Handschuhe auspacken, geht es um etwas sehr Wichtiges oder etwas sehr Empfindliches – in diesem Fall um beides. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, wo in den vergangenen Monaten die historischen Filmnegative der Dalman-Sammlung restauriert und dokumentiert wurden, gehörten Handschuhe zur Grundausstattung (natürlich neben der coronabedingten Maske). Über rund 100 Jahre hinweg hatten sich die Greifswalder Bildträger, die Menschen und Landschaften aus Palästina zeigen, eingerollt und gaben so ihre Motive nicht mehr frei.

    Auf der hier gezeigten Fotografie legen Studierende, unter der fachkundiger Anleitung einer Restauratorin, gerade behutsam stark versprödete Negative in eine Box. In einer zweiten Schicht wird heißes Wasser hinzugegeben, dessen Dampf die Filme langsam wieder biegsam macht. So können sie später für rund drei Monate gepresst, anschließend gescannt und so erstmals wieder der Forschung zugänglich gemacht werden. Dass die hilfreiche Kiste ausgerechnet aus Zedernholz gefertigt wurde – die Bibel kennt die Zedern des Libanon als begehrten Baustoff, u. a. für den Tempel des Salomo – hätte vielleicht selbst dem ernst gestimmten Gustaf Dalman ein Lächeln abringen können.

    Die ganze Geschichte hinter den Bildern finden Interessierte im September bei einer "Ausstellung to go" in der Stadtbücherei Greifswald (und online beim Dalman-Institut).

    Bildnachweis: Die eingerollten Filmnegative werden in eine Zedernholzkiste eingelegt und befeuchtet (Bild: HTW Berlin)

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Bildnachweis: allerhand Theater
24. - 28. September | St. Spiritus, Lutherhof und STRAZE
Bildnachweis: UHGW
Feierliche Eröffnung am 23.09.2021 | 16:30 Uhr | STRAZE
Bildnachweis: UHGW
Vortrag zum Thema Schweigen in der Geschichte der DDR bis heute | 01.10.2021, 19:00 Uhr | Stadtarchiv