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    Winterreise
    Liederzyklus von Franz Schubert nach Gedichten von Wilhelm Müller

    Einen „Zyklus schauerlicher Lieder“ hatte Franz Schubert seine „Winterreise“ genannt. Als er sie 1827 in kleinem Privatrahmen vorstellte, sah er sich einem verblüfften Freundeskreis gegenüber. Was sie erlebt hatten, war weit mehr als ein Liederabend, sie waren Zeugen eines großen musikalischen Abschieds geworden. Schubert hatte die von romantischem Weltschmerz geprägten Gedichte Wilhelm Müllers musikalisch auf eine neue gleichermaßen private wie existenzielle Ebene gehoben. Der Protagonist, ein ewiger Wanderer, verfolgt seinen einsamen Weg, getrieben von wechselnden Empfindungen wie Zorn, Resignation aber auch Gelassenheit und Einsicht. Das Ziel ist ungewiss, der Weg ist entscheidend.

    Die „Winterreise“ ist in allen großen Konzertsälen der Welt zu Hause und doch ist es ein sehr intimes und von Vereinzelung geprägtes Werk, das womöglich gerade in der jetzigen Zeit einen ganz besonderen Blick in die menschliche Seele erlaubt.

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