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    Eine eigenständige Stadt im Grünen. Gartenräume der ehemaligen Provinzialheilanstalt
    Führung mit Dr. Angela Pfennig, Treffpunkt: Stralsund | Rostocker Chaussee 70 | Krankenhaus West | Klinikumskirche, Teilnahme: 5 Euro

    1909 entschied sich der 36. Provinziallandtag für den Standort Stralsund zum Bau einer weiteren großen Heil- und Pflegeanstalt für die Provinz Pommern.

    Das Grundstück an der Rostocker Chaussee entsprach mit seiner isolierten Lage außerhalb und dennoch nahe der Stadt, seinem kulturfähigen Boden und guten Baugrund, der sauberen Luft und dem nutzbaren Trinkwasser allen Anforderungen für die Errichtung einer Heilanstalt in jener Zeit. Nach den zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewährten medizinischen, architektonischen und landschaftsgärtnerischen Vorstellungen konzipierte Sanitätsrat Dr. Wilhelm Horstmann 1912 die Stralsunder Heilanstalt im Pavillonstil. Sie wurde unter Leitung von Landesbaurat Drews und Architekt Gustav Broder in zwei Bauphasen realisiert.

    Das Grundrissschema der Stralsunder Anstalt erinnert an barocke Schloss- und Stadtanlagen. Mit all ihren Gartenräumen entstand eine bemerkenswert eigenwillige Grundkonzeption einer Heilanstalt, die alle Elemente einer autarken Stadt im Grünen aufweist: Erschließungsstraßen, öffentliche Schmuckplätze, eine Promenade, eine Parkanlage, ein Friedhof, Wohnhäuser im Charakter einer Villenkolonie, öffentliche Gebäude einer Stadt wie das Verwaltungshaus, das Versammlungshaus und die Kirche sowie die notwendigen Betriebsgebäude. Im Gegensatz zu früheren Behandlungsmethoden Geisteskranker gewann die Arbeit in der Heilanstalt eine zentrale therapeutische Bedeutung. Die Kranken wurden nicht nur mit Gartenarbeiten auf dem Anstaltsgelände beschäftigt, sie fanden auch in der Gärtnerei, auf der 90 ha umfassenden Nutzfläche des landwirtschaftlichen Betriebes, in den Ställen des eigens dafür angelegten Wirtschaftshofes sowie in den verschiedenen Werkstätten sinnvolle Tätigkeiten.

    Ende der 1930er Jahre begann mit der systematischen Vernichtung der Patienten durch die Nationalsozialisten das düsterste Kapitel in der Geschichte der Heilanstalt.

    Verschiedene Mahnmale auf dem Gelände des heutigen Hanseklinikums sind Versuche, den Opfern einen Teil ihrer Würde zurückzugeben und das ihnen geschehene Unrecht anzuerkennen.

    Dr. Angela Pfennig | Gartenhistorikerin | Stralsund

    Provinzialheilanstalt klein
    Bildnachweis: Angela Pfennig

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