• Donnerstag, 12. Oktober 2017
  • Vortrag
  • 20:00 / IKUWO
    Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992
    Tausende Rostocker klatschten Beifall. Mehr als 100 Menschen im brennenden "Sonnenblumenhaus" entkamen schließlich nur knapp dem Tod, nachdem die Polizei sich auf dem Höhepunkt der Gewalt zurückgezogen hatte.

    Tagelang wurden im August 1992 die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft und eines Wohnheims für vietnamesische Vertragsarbeiter mit Steinen und Brandsätzen angegriffen. Tausende Rostocker klatschten Beifall. Mehr als 100 Menschen in dem brennenden "Sonnenblumenhaus" entkamen schließlich nur knapp dem Tod, nachdem die Polizei sich auf dem Höhepunkt der Gewalt zurückgezogen hatte. Vorausgegangen war den Ereignissen ein zunehmender Rassismus in Medien und Politik. Ihnen folgten ungezählte weitere rechte Gewalttaten bis hin zu den Morden von Mölln und Solingen. Zugleich wurde das Grundrecht auf Asyl weitgehend eingeschränkt.

    Bundespolitische Debatten um vermeintliche "Scheinasylanten" und "Zigeuner", institutionelles Versagen in der Flüchtlingspolitik und eskalierende rechte Gewalt kamen in Rostock in einer verheerenden Dynamik zusammen. Hinterfragt werden muss insbesondere die Beteiligung der vielen ungezählten Anwohner, die jeden Brandsatz mit Jubelrufen begrüßten. In ihrer konformistischen Revolte verstanden sich diese autoritären Charaktere nicht als Außenseiter oder gar Extremisten. Sie wähnten sich in der Mitte der Gesellschaft, gar als Stimme des Volkes.

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bis 11. November in der Kleinen Rathausgalerie
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Kreativwettbewerb des Klimaschutzbündnis - Einsendeschluss 24. Oktober 2017
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