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    Der tägliche Stoiker
    Nachdenkliches für den Tag

    "Niemand wird von der Schicksalsgöttin niedergeschmettert, der sich nicht zuvor schon von ihr hat täuschen lassen ... Diejenigen, die in guten Zeiten nicht in Saus und Braus leben, stehen nicht vor zerplatzten Seifenblasen, wenn sich die Dinge ändern. In jedweder Situation behält der ausgeglichene Mensch seine rationale Seele unverwundbar, denn vor allem in guten Zeiten beweist er so ihre Stärke gegen Widrigkeiten."
    Seneca, Trostschrift an seine Mutter Helvia, 5.4b, 5b-6

    FAZIT: 'Lass dich nicht vom Schicksal täuschen'
    Im Jahre 41 wurde Seneca aus Rom ins Exil nach Korsika verbannt. Man kennt die Gründe nicht genau, doch Gerüchten zufolge soll er eine Affäre mit der Schwester des Kaisers gehabt haben. Kurz darauf schickte er seiner Mutter einen Brief, in dem er versuchte, sie zu beruhigen und in ihrem Kummer zu trösten. Doch in vielerlei Hinsicht wird er wohl an sich selbst gedacht und sich selbst gescholten haben wegen dieses unerwarteten Schicksalsschlags, der nicht so leicht zu verkraften war.
    Es war ihm gelungen, politisch erfolgreich zu sein und auch gesellschaftlich angesehen. Er mag der einen oder anderen Fleischeslust gefrönt haben. Doch nun mussten er und seine Familie die Konsequenzen tragen - so wie wir alle Konsequenzen tragen für unser Verhalten und unsere Risiken, die wir eingehen.
    Wie hätten wir reagiert? Wie wären wir damit umgegangen?
    Zumindest hatte Seneca die Eingebung, seine Mutter zu trösten anstatt nur sein eigenes Schicksal zu beklagen. ...
    Die Philosophie, die er über viele Jahre studiert hatte, hatte ihn für solche Widrigkeiten vorbereitet und gab ihm die Willenskraft und Geduld, die nötig waren, abzuwarten. Als das Schicksal ihm wieder gnädig war und er wieder an der Macht saß, hinderte die Philosophie ihn daran, diese Situation als selbstverständlich anzusehen oder davon abhängig zu werden. Das war auch gut so, denn Fortuna hatte eine weitere Schicksalswendung für ihn vorgesehen. Als der neue Kaiser seinen Zorn auf Seneca lud, hatte die Philosophie ihn bereits gewappnet.

    Aus: Ryan Holiday & Stephen Hanselman: Der tägliche Stoiker. 366 Nachdenkliche Betrachtungen über Weisheit, Beharrlichkeit und Lebensstil. Finanzbuchverlag, 2017.

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      Greifswald
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